Am 22. Januar 2026 war im 3. Semester BA Produktdesign ein Moment, den man als Lehrende*r gern einrahmen würde: Die Studierenden haben die Ergebnisse ihres Converse Design Thinking Projekts vor Partnern des Optics Transfer & Innovation Campus Hannover (op-tic) präsentiert – und das Niveau war (wohlgemerkt: ein drittes Semester!) wirklich herausragend. »Gratulation! Alle haben hier heute sensationell abgeliefert. Jede und jeder hat auf seine eigene Art und Weise beigetragen und Ideen entwickelt, die das Potenzial für mehr haben.« so Gunnar Spellmeyer, Professor im Produktdesign und zugleich Leiter des Forschungsprojektes op·tic Hannover.
Was dabei besonders sichtbar wurde: Das „Neue“ entsteht eben nicht nur als Idee, sondern wird von Designer*innen in die Nützlichkeit gehoben – durch konsequente Nutzerorientierung, durch Formgebung als Verständlichkeitsmaschine und durch Prototyping, das aus Technologie erst Anwendung macht. Oder anders gesagt: Hightech kann viel. Aber ohne gutes Design bleibt sie oft … beleidigt in der Ecke stehen.
Alle haben hier heute sensationell abgeliefert.
Gunnar Spellmeyer
Welche Technologien standen im Fokus?
Von den vier Technologiefeldern des sog. ›optics Transfer & Innovation Campus Hannover‹ – kurz op·tic Hannover – kamen Erfindungen aus den Technologiefeldern in die weitere Erprobung. Das Technologiefeld ›pick-and-place‹ wird Untersuchungsgegenstand in einem Hauptstudiumsprojekt im kommenden Sommersemester.
Die Bandbreite der Ideen war somit groß – und genau das macht Transferarbeit so spannend. Bearbeitet wurden u. a.:
• Optische Diagnostik & Sehtest-Systeme (tragbar, stationär, mobil)
• Gamification & Interaktionsdesign für niedrigschwellige Gesundheitsangebote
• Barrierefreies Produkt- und Service-Design (physisch wie kognitiv)
• Quantenkryptografie / Quantum Key Distribution (QKD) für sicherheitskritische Systeme
• Laserbasierte Desinfektion für Prozesswasser und industrielle Infrastrukturen
• Bionik & autonome Systeme in sensiblen Umgebungen
Und das Entscheidende: nicht als Technologie-Schau, sondern als Gestaltung von Zugang, Vertrauen, Bedienbarkeit, Robustheit, Wartbarkeit und damit echter Implementierbarkeit. »Die Konzepte der Studierenden zeigen eine enorme Bandbreite von vielversprechenden Einsatzfeldern«, so die wissenschaftliche Mitarbeiterin des op·tic-Projektes Simone Austen-Heimberg. Sie hob auch die respektable Entwicklung vieler Studierender hervor, die in nur 13 Wochen nicht zu sehr guten Ergebnissen kamen, sondern auch als Entwerfende einen großen Fortschritt gemacht haben.
schnelle Skizze aus dem Entwurfsprozess
Ein neugierig machender Blick auf die Projektfelder
Ohne schutzrechtswürdige Details zu verraten: Die Teams haben in sehr unterschiedlichen Kontexten gezeigt, wie Design auch dort wirkt, wo Systeme bislang kompliziert, teuer, unangenehm oder schlicht nicht zugänglich sind.
Von der Idee zur Verwertung: Transfer 3.0 mit Nexster
Die Projekte enden nicht mit dem Applaus (so schön der war). Im nächsten Schritt werden ausgewählte Konzepte gemeinsam mit Nexster im Rahmen des Teilforschungsprojekts Transfer 3.0 unter Leitung von Prof. Dr. Christian Lehmann auf ihre wirtschaftliche Verwertbarkeit hin überprüft:
Welche Use Cases tragen? Wo liegen realistische Einstiegsmärkte? Welche Partnerkonstellationen sind sinnvoll? Welche Anforderungen ergeben sich für Fertigung, Zertifizierung, Betrieb und Skalierung?
Genau hier zeigt sich der Kern von Converse Design Thinking: nicht nur Problemlösung, sondern Anschlussfähigkeit – an Organisationen, an Infrastrukturen, an Geschäftsmodelle und an echte Umsetzung.
The future is not only high-tech. Future is high-use.
Dr. Shaohua Pan – wiss. Mitarbeiter
Fazit
Wenn ein drittes Semester so souverän zwischen Gesundheit, Sicherheit, Industrie und Umwelt navigiert und dabei Technologie in sinnvolle Nutzung übersetzt, dann ist das ein sehr gutes Zeichen – für die Studierenden, für die Partner und für die Rolle von Design im Transfer.